Douro DOC, Quinta Beira Douro Sofia Valente

Der Weinbau in der Douro-Region schlängelt sich dem Fluss Douro entlang und ist in drei Subzonen unterteilt: Baixo Corgo im Westen, Cima Corgo im Zentrum und Douro Superior im Osten bis hin zur spanischen Grenze. Jede von diesen drei Subzonen hat ihre spezifischen Charakteristiken, was die Bodenbeschaffenheit und insbesondere das Klima anbelangt. Im zentralen Bezirk Cima Corgo, der rund zwei Drittel der Rebfläche der Douro-Region belegt, sind die Hänge steil, felsig und karg, und das Klima ist heisser und trockener als im Baixo Corgo. Er gilt als das Herzstück des Douro-Tals, wo auch auch alle bekannten Portweinhäuser Weinberge und Quintas besitzen. Und hier, am linken Flussufer auf dem Gemeindegebiet von Ervedosa do Douro, liegt auch die Quinta Beira Douro, zu der 10 Hektaren mit mehrheitlich alten, gegen Norden ausgerichteten Rebpflanzungen gehören. Würde dies in vielen anderen, kühleren Rebbaugebieten als qualitätsmindernder Makel angesehen, so verhält es sich hier gerade umgekehrt, wie Sofia Valente, die verantwortliche Önologin erklärt. «Die Trauben reifen hier langsamer. Zudem stehen die Reben auf durchlässigen Schieferböden, was den Reben ermöglicht, ihre Wurzeln tief in den Untergrund zu treiben. Das ergibt gut strukturierte, aber zugleich elegante Weine mit einer salzig-mineralischen Note und einem bemerkenswerten Alterungspotenzial.»

Wie nicht nur im Douro-Tal, sondern auch in ganz Portugal üblich, werden die Weine auf der Quinta Beira Douro ausschliesslich mit einheimischen Rebsorten erzeugt. Mit ein Grund dafür, dass sich im Douro-Gebiet bis heute eine grosse Rebsortenvielfalt erhalten hat, sind die schwierigen Umweltverhältnisse. Die steilen Hänge mit ihren halsbrecherischen Steinterrassen, das heisse Klima und die kargen Böden aus Schiefer oder Granit machen es den Winzern wahrlich nicht leicht. Hier schnelllebigen Moden zu folgen und jeweils auf jene internationalen Rebsorten zu setzen, die gerade einen Boom erleben, wäre nicht nur zu aufwändig und zu teuer, sondern auch ein zu grosses Risiko gewesen. Bis heute weiss niemand genau, wie viele Rebsorten in der Douro-Region wachsen. Die Rede ist je nach Quelle von 80 bis 100 verschiedenen Varietäten! Gerade auf alten Rebparzellen, die traditionellerweise im gemischten Satz angelegt wurden, wissen oft auch die Rebbauern nicht genau, welche Rebsorten sie kultivieren.

Sofia Valente (Mitte), Önologin und Kellermeisterin bei der zur Gesellschaft Cap Wine Portugal gehörenden Quinta Beira Douro und der Quinta do Malhô, zusammen mit dem Präsidenten André Tremblay (rechts) und einem Teil ihrer technischen Equipe.
Sofia Valente (Mitte), Önologin und Kellermeisterin bei der zur Gesellschaft Cap Wine Portugal gehörenden Quinta Beira Douro und der Quinta do Malhô, zusammen mit dem Präsidenten André Tremblay (rechts) und einem Teil ihrer technischen Equipe.

Beim roten Basiswein der Quinta Beira Douro ist dies freilich bekannt, setzt man doch mit Touriga Franca und Touriga Nacional auf zwei Rebsorten, denen neben Tinta Roriz (Aragonez), Tinta Barroca und Tinta Cão das beste Qualitätspotenzial attestiert wird. Aus den Trauben der zwischen zwanzig und vierzig Jahre alten Reben wird im Stahltank ein frisch-fruchtiger Wein mit geschliffenen Tanninen und einer harmonischen Säure gekeltert, der bereits jung genossen werden kann. Aus rund 90 Jahre alten, im Mischsatz angebauten Reben wird dagegen der Vinhas Velhas gekeltert. Nach sorgfältiger Selektion und Entrappung werden die Trauben in Lagares (offenen Steinbecken) mazeriert, in kleinen Zementtanks vergoren und in 500-Liter-Fässern, je nach Jahr, zwischen 12 und 18 Monaten ausgebaut. Das Resultat: Ein komplexer Wein mit Aromen von schwarzen Früchten, Kirschen, Lakritze und einem stoffig-straffen Körper mit Tiefgang, viel Schmelz und einem guten Alterungs​potenzial.

Tipp von Sofia Valente

Restaurants
LBV 79
Rua da Praia
Pinhao 5085-042

DOC
Estrada Nacional 222
Folgosa
5110-204 Armamar